Mit dem Begriff hat eine Redakteurin in der Zeit in einem aktuellen Artikel über Island und die Verbindung zwischen Stricken und Wandern die Beschäftigung mit Stricknadeln und Wolle genannt. Und ich finde, das trifft es zumindest bei mir ganz gut. Wenn ich einmal drin bin und zu Musik oder vor meiner Lieblingsserie im Fernsehen vor mich hin stricke, dann geht das ratzfatz immer weiter, immer weiter, ganz entspannend, Masche für Masche, Reihe für Reihe, Schritt für Schritt… Und wenn Musik das Stricken untermalt, gehen die Gedanken auch gerne mal auf Reisen, genauso wie beim Joggen.
Den zweiten Pulli, den ich letzten Herbst/Winter nach dem Erlernen der Technik gestrickt habe (der erste ist zwar auch nicht berauschend, aber aus Trotz ziehe ihn ganz selten trotzdem ab und zu mal an
) ribbel ich gerade wieder auf, weil zwar die Wolle wunderschön ist, aber der Pulli zu einem etwas unförmigen nahezu knielangem Etwas geraten ist, was sich zwar durchaus schon während des Strickens abzeichnete, aber stur wie ich manchmal bin, hab ich ihn trotzdem fertig gemacht, zusammengenäht und bisher sage und schreibe einmal getragen. Ich sollte daraus gelernt haben, immer eine Maschenprobe zu machen – vor allem wenn ich nicht das Original-Garn verwende – aber ich muss zugeben, dass ich sie trotzdem aus Faulheit gerne weiterhin mal weglasse. Alle anderen Sachen haben bisher auch trotzdem gut geklappt. Das Aufribbeln gestaltet sich etwas frickelig, weil die Wolle (Alpaca Superlight/Lang Yarns) nach dem Verstricken aufgrund der Fasern schnell zusammenhakelt, aber mit Zeit und Geduld geht auch das wunderbar.
Meistens habe ich mehrere Projekte auf Stricknadeln herumliegen, die auf ihre Vollendung warten, und stricke mal hier, mal da weiter, bis ich irgendwann einen Rappel bekomme und mir vornehme, erst einmal alles Angefangene zu beenden, bevor ich etwas Neues beginne. Ich liebe die Haptik von Wolle und den unterschiedlichen Garnen und sobald ich mir was Neues kaufe, muss ich es auch sofort anstricken, damit ich genießen kann, wie sich das Material verstrickt anfühlt und mir vorstellen kann, wie es wohl wirken wird, wenn es mal fertig ist. Aber das geht sicher den meisten Strickerinnen so.
So sitze ich momentan also an einer weißen Strickjacke (Alpaca Superlight/Lang Yarns), die ursprünglich mal für den Sommer gedacht war (zum Glück kommt er jedes Jahr wieder). Anleitung dafür hatte ich keine, ich hab mich nur ein bisschen an einer Anleitung für einen Pulli orientiert – zumindest was die Anzahl an Maschen für das Rückenteil betrifft – und dann die Vorderteile nach Gusto gemacht, die Strickjacke soll verschlusslos sein und quasi vorne so in Falten herunterfallen. Stricken tue ich im Patentmuster, was die dünne, flauschige Wolle etwas griffiger macht und die Jacke damit etwas dicker als hauchdünn. Außerdem bekommt sie so ein hübsches Rippenmuster. Patentmuster geht einfach und sehr schnell von der Hand. Mit etwas Disziplin habe ich sie bestimmt vor Jahresende fertig – trotz Weihnachtsgeschenken.
Einen Loopschal habe ich auch noch angestrickt herumliegen, der hat allerdings tatsächlich nicht so große Eile, weil ich mir bereits zwei Loop-Schals genäht und einen weiteren gestrickt habe. Frieren werde ich diesen Winter also nicht. Aber Schals und Tücher kann frau natürlich nie genug haben. *räusper* In einem meiner Strickbücher “Cowl Girls – The necks big thing to knit” – unglaublich geiler Titel – sind ganz viele schöne Loop-Modelle drin, auch die hier gezeigten stammen daraus.
Dann warten da noch die Häkeldecke von Drops, bei der die Häkel-Sechsecke eigentlich ganz fix gehen, ich aber erst ein einziges gemacht habe – als die Wolle ankam natürlich.
Aaaber mein aktuellstes Projekt wird ein grüner Strickmantel aus der aktuellen Brigitte! Ich brauche nämlich dringend einen neuen Wintermantel und habe mir zwar beim Kleiderkreisel einen sehr schönen Second-Hand-Mantel für kleines Geld zugelegt, aber der ist honig-orange und passt also nicht wirklich zu allem, weshalb ich mir also noch einen dunkelgrünen Mantel stricken werde. Die Wolle war auch überraschend günstig, von daher hab ich gleich zugeschlagen und heute kam das Paket an. Ihr wisst ja jetzt, was das bedeutet: anstricken.
Laut Anleitung wird der Mantel verschlusslos, aber ich denke, ich werde mir ein zwei schicke große Knöpfe besorgen und das Ganze etwas abwandeln.

Initiative Handarbeit H/W 2010
Um Versandkosten zu sparen, gab‘s dann noch eine andere Wolle für eine federleichte “Tunika” (Nr. 24) aus der Rebecca Nr. 44 dazu – Alpaca Superlight in 03/Rain Cloud.
Nein, ich bekomme kein Geld von Lang Yarns (schön wärs…), ich steh einfach nur so auf diese Wolle. Ich hab auch ganz ganz dicke Wolle schon ausprobiert und verstrickt, wie bei diesem Modell von initiave-handarbeit.de in Highland Alpaca von Gedifra – eine echte Investition! – und das Ding hält auch furchtbar warm (sitzt bei mir auch deutlich anliegender als bei dem Modell auf dem Foto), aber mittlerweile mag ich dünne, leichte und trotzdem kuschelige Wolle meistens lieber, auch wenn es damit natürlich länger dauert bis das Strickstück fertig ist.
Ein echter Traum ist natürlich sowas wie das Cashmere Superior von Filatura di Crosa – 70 Prozent Cashmere und 30 Prozent Seide – ich habe es immerhin schonmal angefasst.
Daraus werde ich mir auch irgendwann mal ein schönes Tuch stricken, dafür braucht man nur zwei Knäuel. Bis dahin sollte ich aber das Lace-Stricken noch etwas üben, wäre sonst schade um das tolle Garn. Das Problem ist nur immer die Farbauswahl, wie bei allen Stricksachen, aber Himbeere finde ich glaub ich am schönsten. Oder doch lieber Camel, weil passt zu allem…? Wir werden sehen.






























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