Alles begann mit der Idee, nach vierjähriger Laufpause endlich mal wieder mit dem Joggen zu beginnen. Fitnessstudio, Sportkurse, alles mögliche habe ich in der Zwischenzeit ausprobiert (und halte es für die kalte Jahreszeit auch immer noch für eine gute Ergänzung), aber jetzt wollte ich doch mal wieder mit dem Laufen starten. Geht schließlich immer und überall, zu jeder Tages- und Nachtzeit, was bei längeren Arbeitszeiten durchaus seine Vorteile hat. Und was braucht der dicke, innere Schweinehund, der es sich am liebsten auf dem Sofa bequem macht? Ein Ziel und Motivation.
Das motivierende Ziel war dann auch schnell gefunden, nachdem ich Ende März auf den alljährlichen Women’s Run von Reebok und Runner’s World aufmerksam wurde. Natürlich übers Internet, wie auch sonst. Also zack, angemeldet, und gleich noch zwei weitere Mädels überzeugt, mitzumachen. Dann jedem, der es hören wollte, davon erzählt, damit ich auch ja gezwungen bin zu trainieren. Und es hat funktioniert, obwohl ich erst Anfang Mai nach dem Umzug damit angefangen habe. Natürlich habe ich nicht immer, wenn ich es mir eigentlich fest vorgenommen hatte, dreimal die Woche trainiert. Manchmal war es auch nur einmal die Woche. Aber nachdem mir am Anfang schon nach 2 km Joggen die Puste ausging, bin ich jetzt kurz vor dem Lauf die 5 km locker gelaufen. Langsam, aber locker. Das sollte auch das Motto des gestrigen Laufs sein, denn mit 35 Grad im Schatten hatte vorher wohl keiner gerechnet. Es kamen dann auch einen Tag vorher viele mit Bedenken ob der Temperaturen um die Ecke, aber für uns und mich stand fest, dass wir auf jeden Fall laufen. Wenn’s zwischendurch nicht mehr geht, muss man halt aufhören. Aber dazu kam es dann glücklicherweise doch nicht.
Ab 12 Uhr mittags war das sog. Women’s Village am Naturbad Stadtparksee geöffnet, so dass man seine Startunterlagen, Shirt und Kleinkram dort abholen konnte. Natürlich war das Ganze auch eine große Werbeveranstaltung, bei der sich jeder Werbepartner mit kleinen Gutscheinen und einem Stand präsentieren konnte, wie beispielsweise Kneipp, Compeed, Reebok und einige andere. Abgesehen von dem ganzen Papiermüll, den die Prospekte und Beilagen zu den Startunterlagen darstellten, war es aber eine ganz gute Sache, da man z.B. auch nützliche Dinge wie Blasenpflaster, Deodorant und ähnliches bekam. Und man hatte die Möglichkeit – die ich auch genutzt habe – bei Reebok eine Laufanalyse auf dem Laufband zu machen, bei der man zu Laufstil und Laufschuhen beraten wurde. Und ich habe ein bißchen erleichtert festgestellt, dass ich mit einem ganz geraden Fuss laufe und deshalb auch keine speziellen Schuhe brauche, sondern Neutralschuhe vollkommen ausreichend sind.
Alle Teilnehmerinnen und deren Begleitung hatten außerdem den ganzen Tag freien Eintritt ins Naturbad, theoretisch hätten wir also auch den ganzen Nachmittag dort verbringen können. Aber Baden und in der Sonne liegen macht müde, weshalb das vor dem Lauf wohl eher suboptimal gewesen wäre. Das Rundum-Programm und auch die Betreuung waren gut, aber was uns massiv gestört hat, war die Tatsache, dass es vor dem Lauf nirgendwo Wasser zum Trinken gab, und das bei den Temperaturen. Dafür aber Kaffee. Nunja. Wir hatten uns zwar kleine Flaschen mitgenommen, aber ich habe beispielsweise komplett auf eine Tasche verzichtet und bin direkt mit Sportklamotten von zu Hause aus aufgebrochen und war selbstverständlich davon ausgegangen, dass man vor Ort auch vor dem Lauf nochmal was zu Trinken bekommen kann. Dem war aber nicht so.
Der Start für den 5 km Lauf war um 16 Uhr, zwanzig Minuten vorher ging es für alle Läuferinnen schon an den Start, um gemeinsam ein kleines Warm Up zu absolvieren. Es wurde zwar immer wieder darauf hingewiesen, dass angesichts der Temperaturen das Erreichen des Ziels an sich schon eine Leistung sei und alle es ruhig angehen lassen sollten, aber als es losging, war der Konkurrenzgedanke natürlich trotzdem da.
Ich habe auch erstmal 200 bis 300 Meter gebraucht, um mein eigenes Tempo wiederzufinden, und wurde dementsprechend die ersten anderthalb Kilometer auch fleissig überholt. Mit ein klein wenig Genugtuung habe ich aber auch festgestellt, dass man dann gegen Ende, wenn man selber langsam, aber stetig durchgejoggt ist, einen großen Teil von diesen Mädels wiederum selbst überholt. Aber machen wir uns auch nix vor: es war wirklich richtig, richtig anstrengend, bei diesem Wetter zu laufen. Und alle Schnacker, die selber nie joggen und mir erzählen wollten, 5 km in 30 min zu laufen sei ja wohl eine Selbstverständlichkeit, hätte ich dort gerne mal gesehen.
Beim Training, wo ich aber auch explizit nie auf Zeit gelaufen bin, bin ich nie unter 45 min gekommen. Schneller hatte nie geklappt. Und gestern war ich völlig verblüfft – nachdem ich auch auf den letzten zwei Kilometern immerzu dachte, dass ich gleich umfalle vor Hitze und mein Kreislauf kollabiert, und auch dementsprechend langsam gelaufen bin – als ich die Zeitanzeige im Zieleinlauf sah und klar wurde, dass ich mit einem kleinen Spurt unter 40 min bleiben kann. Was ich dann auch ausgenutzt habe. Danach war dann auch erstmal vorbei und die erste Sitzgelegenheit war meine, weil dann die ganze Anspannung abfiel und mir die Knie weich wurden. Aber 3 Becher Wasser, ein isotonisches Weizen, zwei kleine Bananen und 15 min später war dann auch alles wieder gut und wir haben uns unsere wohlverdienten Urkunden und das sog. Finisher-Package abgeholt. Ich steh mit 39:45 min auf Platz 383 der Gesamtliste, was bei 1.221 Teilnehmerinnen beim 5 km Lauf (danach gabs noch den 8 km Lauf) im ersten Drittel liegt und worauf ich echt stolz bin – meine andere Mitstreiterin Julia war mit nur einer Sekunde mehr und Platz 385 auch gut dabei. Meine Kollegin und Freundin Janine ist mit nur 29:54 min sogar auf Platz 82 gelandet, was wirklich eine sehr gute Leistung ist. (Eine große Bildergalerie gibt’s übrigens hier bei Runner’s World.)
Und da wir uns vor dem Lauf die Hand darauf gegeben hatten, bei erfolgreichem Zieleinlauf gemeinsam mit unseren Laufklamotten in den See zu springen, haben wir das dann auch getan. Das Wasser war zwar nicht ganz so kühl wie erhofft, aber eine leichte Abkühlung war es allemal und Spass hat’s natürlich auch gemacht. Soweit man den See überblicken konnte, waren wir auch die einzigen der Rosa-T-Shirt-Fraktion, die in voller Montur ins Wasser gehüpft sind. Die ganze Aktion war also ein voller Erfolg und nun heisst es trainingsmäßig am Ball bleiben, denn am 12. September findet der nächste 10 km Int. Hamburger Alsterlauf statt und dazu hab ich mich als Steigerung im Mai auch schon angemeldet. Denn wer sportliche Ziele hat, der schafft auch was.






























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