Konzertbericht Peter Fox TrabArena Hamburg

Ganz hinten rechts unsere Tribüne

Ganz hinten rechts unsere Tribüne

Die Protagonisten: Biene und Jenny, Peter Fox und Cold Steel sowie der Wind und weitere Zuschauer. Die Location: Taxi, Trabrennbahn Bahrenfeld sowie Bahrenfelder Chaussee. Stimmung: Durchweg positiv.

17.00 Kurzentschlossen Feierabend in der Firma gemacht, Bus zum Wandsbek Markt gerade noch so erwischt. Im Bus erstmal Schnappatmung. Müssen noch kurz zu mir, Jenny’s Laptop wegbringen und Handtasche wechseln.

17.20 Frauenproblem: Kann mich nicht für eine Jacke entscheiden. Mit Regen muss zwar gerechnet werden, will aber trotzdem keinen Regenmantel mitnehmen. Also Knirps in die Handtasche, Cap als Brillenschutz auf den Kopf und Jeansjacke mitgenommen.

17.30 An der S-Bahn Station schon recht viele Menschen, die Peter heute auch sehen wollen. Wir essen in der S11 erstmal unsere überbackenen Hot-Dogs von der Back-Factory als schnelles Abendbrot. Der Geruch nach Röstzwiebeln wird uns ab jetzt den ganzen Abend begleiten.

17.35 Jenny liest die Bild, weil eine Freundin angeblich dafür interviewt wurde. Ich tu so, als würden wir nicht zusammen gehören. Gestaltet sich aber als schwierig, weil sie mich beim Lesen immerzu anspricht.

17.50 Ankunft S-Bahn Haltestelle Holstentor. Die Bild landet im Müll. Theoretisch würde es für uns nun mit dem Bus weitergehen. Jedoch sieht man schon vom Bahngleis aus geschätzte 200 Leute an der Haltestelle stehen. HVV versagt offensichtlich.

18.00 Dank meiner Geistesgegenwart im Menschengetümmel an der Haltestelle sitzen wir mit zwei älteren, uns unbekannten Männern in einem Taxi auf dem Weg Richtung Trabrennbahn. Doch die Hauptstrasse zum Ort des Geschehens ist dicht.

18.15 Unser Taxifahrer hat wie wir die Nase voll vom Stau und versucht mit uns von hinten, an der Color Line Arena vorbei, zur Trabrennbahn zu kommen. Eine Unterhaltung kommt aber irgendwie nicht so recht in Gang.

18.30 Stopp an der Arena. Stellen fest: Die Hamburg Freezers spielen heute auch. Kein Durchkommen also. Wir steigen aus und machen uns zu Fuss auf den Weg.

18.40 Lustwandeln durch Hamburgs Dahliengarten. Kann mich grade noch so beherrschen, keine Fotosession draus zu machen. Peter wartet schließlich auf uns. Hehe.

18.45 Stoßen nach der kleinen Abkürzung durch den Dahliengarten wieder auf den Mob. Laufen nun in einer riesigen Menschenherde Richtung Trabrennbahn. Theoretisch soll es ab 19 Uhr losgehen. Wir hatten das Glück gehabt, nach diversen erfolglosen Gewinnspielversuchen bei Hamburger Radiosendern, nachdem das erste Kartenkontingent ausverkauft war, Exemplare der Zusatzkarten kaufen zu können. Tribünenplätze. Sind mir bei meiner Körpergröße auch lieber.

18.50 Lustig, wie die Leute sich freiwillig viel zu früh in Reih und Glied stellen. Ich habe allerdings bei Konzerten und Flügen einen leichten Hang zur Nervosität, vor allem wenn es um freie Platzwahl geht. Deshalb ziehen wir an fast (an dem “fast” sind Jenny’s Skrupel schuld!) allen anderen vorbei zur Einzelkontrolle der Karten und Handtaschen.

Biene und Jenny

Biene und Jenny

19.02 Tribüne erreicht! Plätze in der fünften Reihe gesichert. Alles top. Jetzt erstmal in Ruhe umgucken und Toiletten und Bierstände abchecken. Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne scheint uns ins Gesicht. Nur der Wind ist etwas kühl.

19.10 Beobachten die Zuschauer um uns herum. Stelle mal wieder fest, man bekommt zu viele Gespräche mit, die man gar nicht hören will.

19.20 Ein Beck’s-Mensch mit Bierrucksack kommt auf die Tribühne. Wir nutzen die Gelegenheit und lassen uns erstmal zwei Bierchen zum Anstoßen bringen.

19.30 Die Vorband, James Hunter, betritt die Bühne. Erster Satz: “First, we’d like to apologise for not being Peter Fox!” – Hilarious! Habe gut gelacht. Musik war gut, eine Mischung aus Reggae, Jazz und Soul.

19.40 Es ist kalt. Binde mein zweites Halstuch um. Wünsche mir eine Fleecejacke.

19.45 Bewegen uns zur Musik um uns warmzuhalten. Beneiden die Menschen um uns herum, die sich nach und nach mitgebrachte Pullover und Jacken anziehen. Wir haben nix außer den Sachen, die wir sowieso schon anhaben.

19.55 Vor uns taucht auf einmal der Vater/Bruder/Mann eines Mädels auf einem bis dato freigehaltenen Platz auf. Wir fragen uns, ob man auch in Parfum baden kann und wieviel so etwas wohl kosten mag. Bei der Duftnote vielleicht gar nicht mal so viel.

20.00 Wind von vorne beglückt uns nun nicht mehr nur mit Kälteschauern sondern auch mit Männer-Parfum.

20.15 Vorband macht Schluss. Sehr gute Musik, nehme mir vor, sie mir zuhause nochmal anzuhören.

20.30 Es ist dunkel. Warten auf Peter. Immer wieder vereinzelte Pfiffe, Klatschen und Rufe.

20.35 Was unglaublich ist: der Strom an Zuschauern an beiden Eingängen reißt bisher immer noch nicht ab! Um uns herum Gemunkel von Polizeiabsperrungen und viel zu viel Verkehr.

20.40 Tribünen machen Cold Steel Konkurrenz. Es wird geklatscht und vor allem rhythmisch mit den Füßen auf dem Boden getrommelt, was das Zeug hält.

20.50 Ungeduld macht sich breit. Umbau auf der Bühne immer noch im Gange. Aber für Jenny und mich ist klar: sobald sich etwas auf der Bühne tut, springen wir auf. Bisher war ja hauptsächlich Sitzen angesagt.

21.00 Die Bühne wird dunkel. Musik setzt ein. Es geht los. Wir springen auf. Hinter uns leises Genörgel: “Ich dachte, wir hätten hier Sitzplätze. Jetzt sieht man ja gar nichts mehr.” Ich für meinen Teil ignoriere sowas ja grundsätzlich. Wer bei einem Konzert von Peter Fox sitzen bleibt, hat dort nichts verloren.

21.02 Nach dem Intro erster Song: “Lok auf 2 Beinen”. Zweiter Song: Einer meiner Favoriten des Albums: “Der letzte Tag”. Wir tanzen immerzu. Komischerweise wird uns trotzdem nicht warm, aber immerhin ist uns nicht mehr kalt.

Weiße Bühne

Weiße Bühne

21.15 Peter Fox: “Als ich hörte, dass wir Anfang September ein Open-Air Konzert in Hamburg machen wollen, dachte ich, entweder es regnet stark oder es regnet sehr sehr stark.” Hehe. “Aber dort oben ist der Vollmond und es keine Wolke am Himmel! Hamburg geht ab!”

21.30 Bei “Haus am See” singt das gesamte Publikum. Alle gehen super mit, die Bühnenshow ist richtig gut. Vor allem die Neon-Effekte von Cold Steel kommen sehr gut rüber. Grundsätzlich machen die Jungs sowieso eine Supershow.

21.43 Kurze, einmalige Sitzpause bei “Ich Steine, Du Steine”. Wunderschöne, dunkelblaue Besinnlichkeit.

21.45 Zack, geht’s wieder ab mit “Schwarz zu Blau”. Eigentlich witzig, dass auch ein Berlin-Song in Hamburg gefeiert wird. Der Text ist ja grundsätzlich auch auf jede andere Großstadt übertragbar. Aber trotzdem.

21.55 Remix von “Kashmir” von Led Zeppelin, hier unter dem Titel “King Kong und die weiße Frau”. Hamburg rockt! Hörte sich hier aber eher wie die Cover-Version von Puff Daddy zu Godzilla an, als wie das Original aus den 70ern.

Blaue Bühne

Blaue Bühne

22.00 Die Band verlässt die Bühne. Alle klatschen und trommeln wie wild. Das Publikum wird animiert, Peter und Cold Steel wieder auf die Bühne zu rufen. Die Party geht nach kurzer Zeit weiter.

22.15 Zu Jenny’s und meiner großen Freude kommt auch ein Medley mit Miss Platnum. “Peter will you marry me…” Irgendwie sind wir beide die einzigen, die in unserem Block dazu abgehen. Macht aber nix, kennt man ja.

22.25 Alle sollen hüpfen. Alle, von der ersten Reihe bis zur letzten Tribünenreihe. Peter zählt runter. Wir hüpfen natürlich auch, aber bei dem schnellen Hüpfrhythmus stoße ich mich (natürlich) recht schmerzhaft mit dem linken Bein am Sitz.

22.35 Einzige Zugabe an diesem Abend: “Dickes B”. Vorher kam auch schon “Aufstehn” – mein Lieblingssong von Seeed.

22.45 Die Bühne ist leer, die Massen strömen Richtung Ausgang. Unser Fazit: Super. Bombastisch. Großartig. Party. Hat richtig Spass gemacht. Nur “Zucker” hat gefehlt. Aber sonst. Wir freuen uns riesig, dass wir hierher gekommen sind. Aus unserer Sicht hat es sich mehr als gelohnt. Vor allem da ja niemand genau weiß, wann und ob Peter Fox jemals überhaupt wieder solo auftreten wird.

23.05 Bahrenfelder Chaussee erreicht. Unglaubliche Menschenmassen sind unterwegs. Alles rollt förmlich Richtung Innenstadt. Die Polizei hat so einiges abgesperrt. Ich wollte mich mit Auto abholen lassen. Wie sich spätestens jetzt herausstellt, eine Schnapsidee. Zu wenig und zu volle Busse. HVV versagt offensichtlich auch hier.

00.10 Nach einigem Hin und Her und Herumgelaufe in falsche Richtungen aufgrund telefonischer Missverständnisse, was die einzelnen Polizeiabsperrungen betrifft, sitze ich endlich im Auto. Linkes Bein schmerzt immer noch, aber ich bin glücklich.

00.15 Bei Radio Hamburg läuft immer noch Peter Fox. Hier höre ich das erste Mal von den Beschwerden wegen der Lautstärke. Kam uns nicht großartig laut vor beim Konzert, aber muss wohl am eiskalten Wind gelegen haben, den wir immerzu im Gesicht hatten.

Und weil es das Abschlusskonzert seiner Tour war hier nochmal “Der letzte Tag”!

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