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U2 live auf Schalke

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U2 360° Bühne - The Claw

Jaja, “auf Schalke” heisst jetzt Veltins Arena. Aber “auf Schalke” kommt besser. Da wir leider aufgrund einer Hochzeitsfeier – die nebenbei bemerkt wirklich schön war – nicht zum Konzert in Berlin fahren konnten, hatten wir uns also direkt online, als der Vorverkauf startete, Karten für Gelsenkirchen besorgt. Aber günstige Karten in der Nordkurve, schließlich mussten wir da ja auch erstmal hinkommen, übernachten, etc.pp.

Wir verließen also Hamburg am Montag vormittag, im Gepäck ausnahmsweise mal ein Navigationsgerät. So etwas Nerviges habe ich ja selten erlebt. Wir wollten mit Absicht nicht über A1 und tausend Baustellen gen Ruhrpott fahren, sondern erst die A7 bis Hannover und dann über die A2 Richtung Dortmund/Oberhausen. Eine ganz legitime Strecke und nur unwesentlich länger als über die A1. Das Navi behauptete aber immerzu wir hätten ein unbekanntes Ziel. Es wollte bei jeder Ausfahrt, dass wir wieder umdrehen und auf die A1 fahren, statt die Route einfach mal neu zu berechnen. Kurz vor Oberhausen hat es uns dann in die entgegengesetzte Richtung geschickt. Wir haben es deshalb zwischendurch immer wieder ausgemacht. Nur die Hoteladresse haben wir ganz gut gefunden, obwohl das Navi auch die richtige Hausnummer nicht in der Datenbank hatte. Und was natürlich ganz neu war – im Gegensatz zu Hamburg -: im Pott gibts Umweltzonen! Wo man so runde Aufkleber für das Auto braucht, damit man in die unterschiedlichen Zonen einfahren darf. Meiner Meinung nach absoluter Unsinn.

Reserviert hatte ich im Internet, via hotel.de, ein Zimmer am Hbf Oberhausen, weil man von dort aus in 30 Min mit dem Nahverkehr an der Arena ist. Alle Hotels in Gelsenkirchen, wie ibis & Co., waren für den Abend entweder ausgebucht oder gingen preislich erst ab 100 Euro die Nacht pro Doppelzimmer los. Also dachte ich, naja, mit dem 50 Euro Zimmer im “Hotel im Europahaus” (ein wie ich finde vielversprechender Name) kannste ja nicht viel verkehrt machen. Pustekuchen. So ein Hotel habe ich noch nie gesehen. Es erinnerte mich an die billigen Motels, die man so aus amerikanischen Filmen kennt, aber nicht betreten möchte. Es lag im dritten Stock eines normalen Wohnhauses und man kam zum Eingang (wo das kleine Klingelschild “Hotel” eines von vielen anderen war) durch einen etwas nach Urin riechenden Durchgang, vorbei an der Parteizentrale der Linken für Oberhausen. Aber man muss dem jungen Mann an der Rezeption zugute halten, dass er sehr freundlich und sehr bemüht war. Aber ein Frühstück in diesem Etablissement haben wir dann doch lieber abgelehnt.

Ausblick vom Hotel in Oberhausen

Ausblick vom Hotel in Oberhausen

Stattdessen haben wir uns dann erstmal am Hbf Oberhausen über unsere Verbindungen und die letzte Rückfahrt informiert und dabei festgestellt, dass Oberhausen wirklich alles andere als schön ist. Deshalb hatten wir dann auch entschieden direkt nach Gelsenkirchen zu fahren und dort am Hbf irgendwo was zu essen, bevor wir zur Arena weiterdüsen. Gesagt, getan. Vorher noch schnell für jeden zwei Bierchen geholt, damit wir auf der Fahrt auch was zum Trinken haben. In der Regionalbahn zum Gelsenkirchener Hbf, die nur 2 Stationen dauerte, waren unglaublich viele Menschen. Ein Freak rannte auf die Toilette und rief immerzu laut irgendwelche Sachen, während er auf der Toilette war, aber niemand konnte genau verstehen um was es sich handelte. Aber eine Kneipe in Gelsenkirchen hatte es genau richtig gemacht, denn die beschallten nämlich das Bahnhofsvorgelände mit lauter U2 Songs. Wobei ich mich schon gefragt habe, wie die extrem betrunkenen, harten Rocker noch irgendwie aufs Konzert kommen wollen. Aber vielleicht wollten sie da ja auch gar nicht hin. Man weiß es nicht genau.

Nach einer Kleinigkeit auf die Hand und erneuten zwei Bier für jeden fuhren wir dann 20 min in einer absolut übervollen Strassenbahn zur Arena. Das Bier wurde warm, aber die Laune immer besser. An der Arena stellten wir dann fest, dass man drinnen nicht mit Bargeld, sondern nur mit speziellen Karten zahlen kann. Diese kauft man zu einem bestimmten Wert und kann sie drinnen entweder mit Bargeld oder EC-Karte auch weiter aufladen. Und theoretisch kann man sich am Ende des Konzerts den Überschuss wiederholen. Sofern man wirklich Lust hat, sich wegen 5 Euro mindestens eine halbe Stunde dort anzustellen, denn es gibt nur wenige Karten-Stellen. Ich hab meine Karte dann einfach so als Erinnerung behalten. Sollte ich irgendwann mal wieder dorthin fahren, hab ich eben direkt Geld für ein Getränk drauf.

Unsere Plätze waren dann recht hoch, im Oberrang. Aber der Sound war top und man hatte einen richtig genialen Überblick über die gesamte Halle. Und die ist groß, größer als die Color Line Arena hier in Hamburg, wenn ich das richtig gesehen habe. Als Vorband traten ab halb acht Snow Patrol auf und machten schon ziemlich gute Stimmung. Aber als dann gegen neun Uhr endlich U2 kamen, nachdem die gesamte Halle immer wieder La Ola gemacht hatte, ging es richtig los.

U2 live in äktschn!

U2 live in äktschn!

Alle meine Fotos und meine zwei Videos sind von so schlechter Qualität, dass ich hier keinesfalls mehr reinstellen will. Aber ich kann mir damit zumindest die Erinnerungen an die Stimmung wieder ins Gedächtnis rufen. ;) Sie haben nahezu allen großen Hits gespielt. Vom neuen Album kamen “No line on the horizon”, “Magnificent”, “Moment of Surrender”, I’ll go crazy if I don’t go crazy tonight” und “Get on your boots”. Zusätzlich spielten sie unter anderem “Vertigo”, “Sunday bloody Sunday”, “With or without you”, “Stuck in a moment”, “Pride – In the name of love”, “I still haven’t found what i’m looking for”, “The unforgettable fire”, “Beautiful day” und “City of blinding lights”. Besonderes Highlight waren Songs wie “Pride”, wo die ganze Halle den Song fast alleine gesungen hat. Absolutes Gänsehautfeeling! Aber mein ganz persönlicher Höhepunkt war “The unforgettable Fire”, denn der Song ist so alt, dass ich nie gedacht hätte, den jemals live zu hören. Der hat mich auf meinen Fahrrad-Erkundungstouren auf meinem Mountainbike in den ersten Wochen und Monaten in Münster immer per Kopfhörer begleitet, wenn ich abends mit Speed durch die Stadt geheizt bin. Und gegen Ende des Konzerts, als die Arena wirklich dunkel war, forderte Bono alle auf ihre Handys und Kameradisplays rauszuholen und leuchten zu lassen. “Let’s see, what the milkyway looks like!” – Von unseren Plätzen aus sah es wirklich so aus, als würde man in einen Sternenhimmel hinuntergucken. Wahnsinn. Aber man muss sich mal vergegenwärtigen, dass eine solche Atmosphäre noch vor zehn Jahren mit Feuerzeugen erzeugt wurde und nicht mit Handys.

Nach dem Konzert, als wir mit vielen anderen angetrunkenen Konzertbesuchern in einer vollgestopften Strassenbahn zurück zum Hauptbahnhof gefahren sind – die allerdings mehr stand, als dass sie gefahren ist – fing mein Freund an, den ganzen Waggon mit Witzen über die Schweinegrippe und anderen Sprüchen zu unterhalten. Endlich am Bahnhof, mussten wir feststellen, dass unser letzter Zug nach Oberhausen trotz einer 15minütigen Verspätung mittlerweile ohne uns gefahren war. Aber glücklicherweise hatte sich die Bahn wohl auf das Konzert und die Menschenmassen eingestellt, weshalb es Sonderzüge gab. Typisch war aber mal wieder, dass keiner der vielen Bahnmitarbeiter auf den Bahnsteigen wirklich genau wusste wo diese Sonderzüge nun langfahren. Wir sind trotzdem im richtigen Zug nach Oberhausen gelandet.

Und nach einer viel zu kurzen Nacht waren wir schnell wieder auf der Autobahn, zusammen mit dem zickigen Navi, welches uns auch auf dieser Fahrt immer wieder zur A1 schicken wollte, weil unsere Strecke angeblich ins Nichts führen sollte. Dabei sind wir auf einer real existierenden A2 und schließlich A7 ohne jeden Stau und mit wenigen Baustellen durchaus gut wieder nach Hamburg zurückgekommen. Naja, liegt wohl irgendwie an den Daten, mit denen das Navi arbeitet. Und da mein eigenes Beweismaterial vom Konzert nicht vorzeigbar ist, kommen hier zumindest nochmal drei Videos von youtube.

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2 comments to U2 live auf Schalke

  • Hmm, das Ruhrgebiet ist durchaus schön – auch Oberhausen. Man sollte bloß nicht den Fehler machen und nach einem Tag, in dem man noch nicht mal die ganze Stadt gesehen hat solch ein Urteil fällen. Ich behaupte ja auch nicht, Hamburg sei schäbig, nur weil ich unter der Brücke an der Helgoländer Allee alles Mögliche und Unmögliche gesehen habe.

  • Ich hab ja auch nicht gesagt, das ganze Ruhrgebiet wäre hässlich. Ich war auch schon in Essen und Düsseldorf und fands schön. Und die Leute sind halt einfach überall sehr nett. Nur Oberhausen hat mir nach dem Tag nunmal nicht besonders gut gefallen. Sollte ich aber nochmal hinkommen, lasse ich mich gerne eines besseren belehren… ;)

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