
Buntes Dach vom Dom in Brixen
09.15 “Spätes” Frühstück. Bin allein. Alle anderen hatten anscheinend große Tagespläne.
09.45 Überlege, nach Brixen zu fahren. Knie schmerzen immer noch sehr.
09.50 Will und kann nicht den ganzen Weg hinunter zu Fuss laufen, geschweige denn in Wanderklamotten durch Brixen bummeln. Überlege kurz, meine dicken Wanderschuhe in der Handtasche umherzutragen. Verwerfe den Gedanken jedoch wieder als unpraktisch.
10.00 Erstmal wieder aufs Bett legen.
10.30 Gehe mit Laptop nach unten, um zu tippseln und Busfahrplan zu sichten.
10.45 Elmar bietet mir an, mich mit nach Brixen zu nehmen. Packe also alles wieder ein und suche meine Siebensachen für die Stadt zusammen.
11.00 Briefmarken bei der Post besorgt, Postkarten abgeschickt. Es ist heiss.
11.20 Bummel so durch die Läden, leider hat alles nur noch bis viertel nach Zwölf auf.
11.30 Entdecke Schuhe. Von 350 auf 99 runtergesetzt. Leider eine Nummer zu klein. Kaufe stattdessen Geschenke.
12.15 Suche mir ein kleines Café etwas abseits der Touristenzone.

Hier im Schatten lässt es sich gut aushalten.
12.30 32 Grad im Schatten.
12.35 Erstmal Campari Soda ordern.
12.37 Irgendwo über mir singt ein Italiener laute Lieder.
12.40 Buch ausgepackt, lasse mir großes Radler und ein Panino Caldo della Casa bringen. Mit Schinken, Käse, Spargel und Salsa Rosa.
12.50 Italiener singt schon wieder. Überlege immerzu, ob ich die Lieder kenne oder nicht. Fühle mich inmitten von italienischem Gebrabbel ziemlich wohl.
13.00 Lesen: “Perlmanns Schweigen” von Pascal Mercier. Denke über die Frage nach, wie Erinnerung mit Sprache zusammenhängt und ob die Erinnerung nicht allein durch Sprache konstruiert und gewissermaßen moralisch gerechtfertigt wird. Das Buch beinhaltet hochinteressante linguistische Ansätze.
13.20 Zweites großes Radler ordern.
14.00 Lasse die Rechnung kommen und mache kleinen Spaziergang. Brixen ist noch ruhig in der Mittagssiesta.

Die Eisack

Stadtpanorama

Dicke, flauschige Hummeln überall

Tanzende Schafe an der Flusspromenade

Attenzione! Flutwellen könnten kommen und man selbst ertrinken.
15.00 Komme am Busbahnhof an und stelle fest, nächster Bus fährt erst um viertel nach Vier.
15.05 Nächste Bar, nächstes großes Radler. Alles andere ist viel zu anstrengend in der Hitze.

Bar Sabine, hehe
16.15 Bus fährt mit mir und noch einem Fahrgast Richtung Tils. Habe Angst, dass mir bei den Serpentinen (auch aufgrund der vielen Radler) schlecht wird. Höre deshalb Stevie Wonder über iPod.
16.20 Schnalle mich zur Sicherheit an.
16.25 Gucke etwas besorgt die Abhänge neben der Strasse hinunter.
16.30 Mir ist schlecht.
16.32 Traue mich nicht, Stevie Wonder laut mitzusingen gegen die Übelkeit. Singe leise vor mich hin. Busfahrer guckt immer wieder in den Rückspiegel, als würde er etwas ahnen.
16.35 Halte weiter durch.
16.40 Endlich sind wir oben angekommen. Erstmal hinsetzen und einfach nur atmen.
16.43 Ganz schön anstrengend, so an der Strasse in der prallen Sonne zu laufen.
16.45 Kreuz und Waldweg zum Plonerhof gefunden. Flache Schuhe nerven beim Anstieg.
16.47 Überlege kurz, die verdammt schwere Handtasche irgendwo liegenzulassen.
16.50 Brennesseln. Frage mich, wie lange ich wohl noch brauche.
16.55 Waldrand erreicht. Erstmal kurz auf die Wiese setzen und gucken.

Ploner Hof von unten, vom Waldrand aus gesehen
17.00 Endlich oben angekommen. Max der Hund freut sich und springt immerzu an mir hoch. Immerzu versucht er, mir in die Hand zu beißen. Nach kurzem Kampf bringe ich ihn aber doch dazu, sich hinzusetzen. Erstmal kleines Radler ordern.
17.30 Mache es mir unten im Schatten mit dem Laptop bequem um Fotos zu sichten und zu tippseln.
17.40 Stelle fest, dass die Schwellung des Insektenstichs von gestern die Ausmaße einer kleinen Untertasse angenommen hat. Überlege, was für ein Viech das wohl gewesen sein muss.
18.25 Papa kommt von seiner Tour wieder. Ganz verwegen, mit rotem Kopftuch. Trinken erstmal zusammen ein Glas Vernatsch.
18.36 Max der Hund reisst das Ladekabel von meinem Macbook ab. Danke Apple für den magnetischen Anschluss, der einfach abgeht ohne das Macbook mit vom Tisch zu reissen.
18.47 Bin angeschickert. Das Abendessen ist mal wieder gigantisch.

Dessert: Selbstgemachtes Schokoladeneis auf gezuckerten Beeren verziert mit Blattgold
21.13 Insektenstich von gestern abend besteht nun aus drei verschiedenfarbigen Ringen. Und ich bin von all dem Alkohol etwas betrunken.
22.30 Gehe fröhlich auf mein Zimmer und ins Bett.



























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