
Schweriner Schloss
Nachdem ich letztes Jahr schon ziemlich scharf darauf war, mir die BuGa anzuschauen als sie in Schleswig rund um das schöne Schloss Gottorf war, habe ich es diesmal endlich nach Schwerin geschafft. Und ich muss sagen, ich war sehr positiv überrascht. Ich bin einmal vor vielen Jahren in Schwerin gewesen, auf Klassenfahrt. Ich glaube in der siebten Klasse. Und obwohl wir da eher mit internen Schwierigkeiten, der Taschengeld-Einteilung und aus unserer Sicht doofen Lehrern kämpfen mussten, hatte ich noch im Kopf, dass das Schloss wirklich sehr schön war.

Blumenkaskade
Und das ist es auch. Ich habe mir jetzt sagen lassen, dass dort die letzten Jahre viel restauriert wurde und man vor lauter Gerüsten nichts sah, aber anscheinend waren sie wohl rechtzeitig zur Bundesgartenschau wieder fertig. Das Gelände rund um das Schloss am See entlang ist wirklich riesig. Wir haben am Sonntag von mittags bis abends um sechs nicht alles geschafft. Man kann aber das ganze Gelände locker an einem Tag schaffen, wenn man in normalem Spaziertempo herumflaniert und sich nicht in Makro-Aufnahmen an jeder zweiten Blüte übt. So wie ich. Ich konnte nämlich eine Nikon testen, aber bin ziemlich enttäuscht, dass nur rund 60 Prozent der über 500 Fotos was geworden sind. Liegt natürlich an mir, nicht an der Kamera. Aber da muss ich wohl noch üben.

Sonnenhut Makro
Mit dem Wetter hatten wir sehr viel Glück. Es war warm und locker bewölkt, so dass die Sonne nicht so knallte. Nur das Licht war dementsprechend nicht so dolle. Also zum Fotografieren. Und auf allen Blüten und unseren Sachen tummelten sich diese kleinen schwarzen Gewitterkäfer, obwohl es gar nicht schwül war.

Ente beim Ausruhen
Was ich wirklich bemerkenswert fand, war der ganze Service drumherum. Kommt man mit dem Auto nach Schwerin, wird man auf einen außerhalb gelegenen Park&Ride Parkplatz gelotst. Ist ja auch in Ordnung. Dort zahlt man für den Parkplatz und die Shuttle-Fahrt mit der Strassenbahn für bis zu 5 Personen nur 5 Euro. Finde ich auch ok. Und überall stehen Ansprechpartner, allein am Parkplatz haben uns fünf Männer mit Kellen und Neonwesten zu unserem Parkplatz gelotst. Man könnte jetzt böse Sprüche über ABM-Maßnahmen und Osten bringen, aber das lasse ich an dieser Stelle. Gefühlt sind auf dem Gelände alle 500 Meter irgendwo Toilettenhäuschen, die umsonst, sehr gepflegt und sauber sind. Die Menge hat auch den Vorteil, dass man nirgendwo anstehen muss. Und es finden sich überall zwischendrin so viele Gelegenheiten zum Sitzen und Verweilen, dass man sich nicht wie in normalen Parks mit den Rentnern um die Bänke kloppen muss. Von daher: Organisation und Infrastruktur verdienen ein großes Plus!

Makro
Vom Haupteingang aus geht man dann durch den Garten des 21. Jahrhunderts. Hier sind die Wege mit kleinen Glasscherben ausgelegt, es gibt viele Gräser, Lavendel und kleine Wüstenlandschaften zu sehen. Wir haben uns erstmal auf den Weg Richtung Schloss gemacht um uns dort den Burggarten anzuschauen. Obwohl auf einen Sonntag sicherlich sehr sehr viele Besucher dort waren, war alles insgesamt aber so weitläufig, dass man nie das Gefühl hatte, es sei zu voll. Das Schloss ist umringt von riesigen Platanen, wo man von weitem vielleicht noch denkt, es seien zwei oder drei Bäume. Ist aber nur einer. Und davon gibts mehrere. Hier sind unter den steinernen Bögen viele Schwalbennester und die kleinen Gärten sind sehr akkurat gestaltet. Von dort aus sind wir wieder zurück und am See entlang zur Blumenhalle und dem Küchengarten. Hier gab es wirklich sehr viel zu sehen und zu fotografieren. In der Blumenhalle finden die gesamte Zeit über wechselnde Ausstellungen statt, zur Zeit ist es allerdings etwas unspektakulär. Also schöne Blumen, aber nichts besonderes.

Ein komischer Vogel
Auf dem Weg zum Garten des Marstall, über eine schwimmende Brücke, die eigens für die BuGa errichtet wurde und zum Schutze der Vögel auch wieder komplett abgebaut werden muss, kommt man an den schönsten Balkonpflanzen vorbei, die alle in großen Holzkästen auf Augenhöhe angepflanzt wurden. Verlässt man die Brücke auf der anderen Seite, kann man die einzelnen Themengärten ablaufen. Da hatte ich mir etwas mehr erwartet, muss ich gestehen. Aber das liegt ja immer in der Hand desjenigen, der den Garten gestaltet. Lübzer Premium Pils hat beispielsweise nur drei Liegestühle um einen Sonnenschirm herum drapiert und das Ganze euphemistisch als Entspannungsoase bezeichnet. Da waren der Garten auf Schatzssuche oder der Garten des Froschkönig wesentlich einfallsreicher. Und auf dem weiteren Gelände findet sich auch der Rosengarten. Was für ein Duft! Viele waren schon ein wenig verblüht, aber es kamen immer noch neue Blüten nach und einige haben miteinander um die Wette geduftet.

Im Küchengarten
Als wir dort fertig waren, fehlte uns nur noch der Kinderbauernhof und der Abenteuergarten, beides nicht so wirklich von Interesse für uns. Und da die Füsse weh taten und es schon fünf Uhr war machten wir uns in einem Schlenker, der uns noch zur Blumenkaskade und den riesigen Sumpfzypressen mit ihren lustigen Wurzelausläufern brachte, wieder auf den Rückweg zum Haupteingang. Dort erwarb ich dann noch zwei neue Minzen für meine kleine Kräuterauswahl. Und zwar eine Erdbeerminze, die wirklich sehr fein aromatisch nach frischen Erdbeeren riecht und schmeckt, sowie eine After-Eight-Minze. Wahnsinnsgeruch. Davon haben wir in der Strassenbahn als Pfefferminzbonbonersatz jeder ein Blatt gekaut. Funktioniert.

Glücksbringer
Also ich habe mich sehr gefreut, endlich mal dort gewesen zu sein. Obwohl ich mich zwischenzeitlich ein bißchen zu sehr auf das Fotografieren konzentriert habe, als auf all die schönen Dinge und Pflanzen, die dort zu sehen waren. Wer also einen Tag in einer schönen Umgebung verbringen möchte, die mit dem Schloss und all dem Drumherum ordentlich was für das Auge bietet, der ist hier richtig aufgehoben. Und um sich zu verpflegen muss man auch dort nicht Imbiss-Essen zu sich nehmen, sondern kann sich gepflegt einen netten Picknickkorb packen und die vielen Wiesen, Liegestühle oder gar Bänke im Wasser (sic!) nutzen, um sich gleichzeitig zu stärken und zu erfrischen.
Hier und hier gibts auch Fotos und Eindrücke von der BuGa.






















Wunderschön mal einen Beitrag aus meiner Heimatstadt zu lesen
Ich könnte dir noch einiges zu den ganzen Vorbereitungen erzählen, quasi ein Blick hinter die Kulissen….
Aber schön das es dir gefallen hat! Ich werde wohl demnächst selber auch mal Eintritt bezahlen oder meine Beziehungen spielen lassen
LG
Jens
Was für eine Kamera?
Ich hatte befürchtet, dass diese Frage kommt…
das habe ich mir natürlich nicht gemerkt. Also es war nicht eines der neueren Modelle von Nikon, sondern eines der älteren. Update: Eine D80! Aber die sind ja alle top.
Über die Vorbereitungen hab ich auch schon einiges gehört, kenne berufsbedingt einige aus Schwerin. Es gab/gibt da ja auch einige kritische Stimmen, aber das ist bei solch großen Veranstaltungen wahrscheinlich immer so.
Hey, wir waren am selben Wochenende in Schwerin, zwar nicht auf der BUGA, aber uns hat die Stadt auch super gefallen!
Hallo Sabine!
Ich habe durch Zufall deinen Beitrag über Schwerin gefunden und gelesen. Sehr schön geschrieben und auch die Bilder super.
Wir wollen unsere Eltern zur BUGA nach Schwerin schicken und suchten deshalb nach Bildern. Könntest Du uns evtl. das Bild vom Schloss in der Originalgröße senden. Das würde uns echt helfen. LG Dana