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Frühling am Mittwoch – Folge 14

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Irgendwie hatte ich die letzten Tage sowas wie eine Schreibstörung. Ich wollte gerne wieder was in den Blog schreiben, aber irgendwie fiel mir nicht so recht ein, was ich hätte schreiben können, und so hab ich es halt einfach ganz gelassen. Wenn man nichts zu sagen hat, sollte man den Mund halten. Ich kenne viele, die sich diesen Satz mal merken sollten.

Naja, jetzt schreibe ich wieder an einer Mittwochsfolge, in die ja eigentlich Infos rund um meine Pflanzenwelt reingehören, sowie alles andere, für das sich sonst kein Plätzchen findet. Aber irgendwie muss ich glaub ich mal ein wenig umdisponieren. Jeden Mittwoch nur ein Statement zu meinem persönlichen Grün abzugeben, wird auf die Dauer langweilig. Ich könnte die Wuchsgröße in Zentimetern messen, aber das macht es auch nicht spannender. Deshalb werde ich den Mittwoch zwar weiterführen, aber verstärkt auf irgendwelche Erlebnisse eingehen, die ich in der vergangenen Woche so gemacht habe und nebenbei eventuelle Fortschritte meiner Pflanzenwelt aufzeigen.

Dieses Wochenende war nun so wirklich gar nichts los. Und das war toll. Einfach mal nichts tun. Nachdem die letzten Wochen immer irgendwas am Wochenende geplant war – was ja auch schön ist – hab ich an diesen zwei Tagen einfach mal geschlafen, entspannt, Filme geguckt, gegessen und geschlafen. Das Ganze in variabler Reihenfolge und Zusammensetzung. Und zack, war der Montag wieder da. Montage haben zwei Gesichter, einerseits enden leider die freien Tage und das schöne Wochenende, was auch immer man so getrieben hat, und andererseits ist es ein neuer Start in eine neue Woche, in der alles nur besser werden kann. Der Montag ist also wie Abschied und Neuanfang zugleich. Leben und Tod. An einem Tag.

Da ich also wenig bis nichts unternommen habe, und der einzige Gang nach draußen mich Samstag morgen auf den Wochenmarkt zu Bruno und Ilse geführt hat, um mich mit frischem Obst und Kartoffeln einzudecken, habe ich auch dementsprechend wenig zu erzählen.

Außer eins vielleicht: ich lese gerade ein Buch zur Psychoanalyse (wovon ich ehrlich gesagt gar keine Ahnung habe) zum Thema Märchen. Der Titel lautet “Der Schatten und das Böse im Märchen” von Marie-Louise von Franz, einer Schülerin von C.G. Jung. Aufgrund dieser Angabe schließe ich, dass besagter C.G. Jung eine Koryphäe auf diesem Gebiet gewesen sein muss. Ich habe mir das Buch eigentlich nur gegriffen, weil ich Märchen mag und mich damit auch zu Unizeiten schonmal kritisch auseinandergesetzt habe.

Aber in diesem Buch geht es wirklich um konkrete Bestandteile der Psychoanalyse, dargestellt am Beispiel von diversen Märchen der Gebrüder Grimm. Genauer gesagt, dass Unbewusste, der Schatten, das Böse, was sich in jedem Menschen verbirgt, aber nicht ausgelebt, akzeptiert oder überhaupt wahrgenommen wird, stellt sich in den Märchen als reale Figur dar und anhand dieser Analyse werden dann Parallelen zum Menschen und zu echten Fällen gezogen. Es ist ein Streifzug durch die Märchenwelt, Hand in Hand mit der Psychoanalyse, und man muss kein Kenner sein, um das verstehen zu können. Es ist zwar nicht so leicht zu lesen, einfach weil so gar keine Strukturierung im Text vorhanden ist, aber inhaltlich bis auf ein zwei Fachbegriffe gar kein Problem. Es ist wirklich spannend. Ich könnte jetzt zwar nicht draufloslegen und andere Leute analysieren, aber es ist sehr interessant zu lesen, welchen Einfluss der unbewusste Part unseres Wesens auf uns hat und wie schief es gehen kann, wenn man damit nicht umzugehen lernt. Und eins ist wirklich anders, als man denkt: die Hexe im Märchen ist nicht zwingend das Böse in der Psychoanalyse. ;)

Heute abend war ich auch das erste Mal einfach so im Stadtpark. Es spielten die Simple Minds (deshalb auch das Video) und meine Freundin und ich wollten uns nur auf die Wiese setzen, ein bißchen zuhören und dazu ein Bierchen trinken. Was auch wunderbar geklappt hat. Irgendwie war es back-to-the-eighties-like von wegen “Alive and kickin” oder “Belfast Child” und “Don’t you”. Zwischendurch kam immer mal wieder einer vorbei, der unsere leeren Bierflaschen haben wollte. Was auch kein Problem war. Und nun bin ich leicht angetrunken, gut drauf und alles ist super. :)
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