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Nachtgedanken

Ich weiß, dass sich schon viele Philosophen und Denker mit dieser Frage auseinandergesetzt und darüber geschrieben haben, aber ich habe die meisten dieser Bücher bisher nicht gelesen. Und abgesehen davon, sind dies hier einfach meine ganz persönlichen Gedanken. Und zwar ist die Frage, die sich mir in unregelmäßigen Abständen immer wieder stellt, die: Gibt es eigentlich eine objektive Realität?

Eine wirkliche Welt, in der wir alle leben, uns bewegen und interagieren? Oder trägt jeder seine Welt nur in seinem eigenen Kopf herum und alles, was wir um uns herum sehen, besteht entweder aus einzelnen Fragmenten der Millionen verschiedenen Wahrnehmungsmöglichkeiten, oder es existiert gar nicht, sondern ist nur in unserem Kopf? Viele denken jetzt vielleicht an dem Film “Matrix”. Sowas meine ich aber gar nicht. Für die, die den Film vielleicht nicht kennen: Die Realität besteht aus einem düsteren Planeten, in dem Maschinen herrschen und Menschen züchten, die dank Gehirnwäsche in einer Traumwelt leben, die genauso ist wie unsere. Oder so ähnlich.
Wie auch immer, von solchen Horrorfantasien bin ich weit entfernt, aber ich frage mich manchmal trotzdem ernsthaft, ob wir nicht alle so in unserer eigenen Welt, unseren eigenen Gedankenspiralen und Empfindungen gefangen sind, dass wir gar nicht verstehen können, wie es anderen Menschen geht. Was diese empfinden. Wie diese denken. Dass wir quasi alle für immer und ewig dazu verdammt sind, oder auch positiv: damit gesegnet sind, uns immerfort nur um uns selbst zu drehen, ohne Aussicht darauf, dem jeweils Anderen wirklich und wahrhaftig nahe kommen zu können. Ist das nun positiv oder negativ? Oder sollte man es überhaupt werten? Ist es überhaupt so?

Mein Problem ist immer, sobald ich wirklich ernsthaft und angestrengt darüber nachdenke, entweder wie jetzt abends vor dem Einschlafen oder wenn ich spazierengehe/jogge oder wie auch sonst den Gedanken freien Lauf lasse, geht es irgendwann nicht mehr weiter. Ich komme immer an einen Punkt, wo es entweder beängstigend wird – denn für mich ist die Vorstellung, im Kern meines Wesens auf ewig einsam unerreicht und unverstanden zu sein, beängstigend – oder wo sich sowas wie ein schwarzes Gedankenloch auftut, weil ich es nicht schaffe, es mir wirklich vorzustellen. Also wie eine objektive Realität aussehen könnte, sofern es sie denn gibt. Welches Bild sich darstellt, würde man uns Menschen in unserer kleinen Welt von außen betrachten. Wenn das denn überhaupt ginge.

Und woher komme ich überhaupt? Also wie kommt mein Bewusstsein, meine kleine Welt überhaupt zustande? Ist sie nur eine Summe meiner bisherigen Erfahrungen, Erkenntnisse und allem, was ich bisher in meinem Leben an Informationen aufgenommen habe? Oder steckt mehr dahinter? Steckt das Bewusst-Sein eigentlich mit im Hirn, was im Embryo heranwächst und stirbt auch wenn wir alt sind, oder sucht sich ein Bewusstsein auf irgendeiner Meta-Ebene ein oder zwei andere Leben aus, und sagt, hier will ich andocken, hier ist es mir bestimmt, mein Leben zu verbringen. Und kehrt mit dem Tod dorthin zurück, um in weiteren Leben weitere Erfahrungen zu sammeln und so vielleicht für etwas anderes zu reifen. Wieviele Ebenen gibt es wohl? Oder gibt es sie gar nicht, sondern wir sind im Endeffekt wirklich nur die Summe unserer Teile. Hm. Alles nicht so einfach. Und alles so durcheinander. Und wenn es richtig durcheinander geht, schlafe ich für gewöhnlich ein oder bin raus. Vielleicht sollte ich mal meditieren üben, dann komme ich eventuell noch auf die ultimative Weltformel.

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5 comments to Nachtgedanken

  • Es gibt keine objektive Objektivität. Außer vielleicht so etwas wie die Naturgesetze. Aber allein deren Beschreibung (Fallgeschwindigkeit) ist subjektiv. Ob man anderen Menschen wahrhaftig nah kommen kann? Kommt drauf an. Auf den Grad der geteilten Welt. Meinungen, Ansichten, Werte etc. ähneln sich ja zum Teil, von genetischen und chemischen Einflüssen mal ganz abgesehen. Genau wie ein anderer Mensch sehen/denken/fühlen ist wohl nicht möglich. Aber man kann wohl nah rankommen.

    Was das Bewusstsein angeht, ist das so eine Sache. Manche sprechen ja auch erst davon im Alter von 2 oder 3 Jahren. Was vor oder nach dem Leben passiert… nuja, ich würde sagen “Glaubenssache”. Das, womit man am ehesten klar kommt, oder?! “Die Wahrheit” wird einem ja wohl keiner sagen können ;)

  • Sehr interessante Gedanken.Ich glaube du solltest einen Philosoph werden.Die mehrere Leute beschädigen sich überhaupt nicht mit so schwierige Fragen.Ich finde aber deine Frage schon sehr interessant.Ich glaube es gibt keine objektive Realität.

  • @Robby Hm. Nah rankommen heisst aber noch nicht wirklich erreichen. Allerdings ist auch die Frage, ob das wirklich erstrebenswert ist. Aber das mit den Naturgesetzen gefällt mir, so als Ansatz. Also das es da Dinge gibt, die zwangsläufig passieren, unabhängig davon, wie man sie wahrnimmt. Andererseits werden selbst die doch in bestimmten Umgebungen außer Kraft gesetzt, bzw. werden Ausnahmen gefunden, oder? Muss ich nochmal nachlesen.
    Jemand hat mal zu mir in solchen Diskussion gesagt, dass wir alle einzelne, kleine, abgeschottete Welten haben, aber durch die Liebe kann das überwunden werden, und nur dadurch. Ist die Frage, was Liebe dann ist. Um das Ganze mal wirklich zu durchdenken und nicht gleich in romantische Vorstellungen abzudriften.

  • Naja, wie definierst du denn erreichen? Also “objektiv” beziehungsweise operationalisierbar. Klar kann man von Gefühlen und Seelenverwandtschaft sprechen, aber die kann man – mindestens zu einem gewissen Grad – auch erklären bzw. aufschlüsseln. Und warum sollte man an andere kommen, wenn man das noch nicht mal bei sich selbst tut? Ich meine, wenn man sich selbst mal genau hinterfragt, kann das derart böse werden, dass einem der eigene Körper einen Riegel davor schiebt. Wir Menschen leben in Illusionen, die einen mehr, die anderen weniger, jeder in seiner eigenen – und das ist nicht nur gut so, sondern schlichtweg egal. Am Ende sind wir alle tot. Die menschliche Existenz ist nichtig – und uns selbst doch unendlich wichtig… Klarer Fall von Selbstüberschätzung :D

    Naja… Liebe… Liebe wird in meinen Augen überbewertet und bleibt unglücklicherweise wohl doch der Schlüssel. Im Endeffekt sucht man wohl nur sich selbst beziehungsweise die Teile, die die eigene Minderwertigkeit kompensieren. Eine meiner Ansichten, sie alle aufzuschlüsseln, würde wohl den Rahmen sprengen. Fakt ist, bei der Liebe geht es (zumindest oftmals/meistens) weniger um den anderen, als viel mehr um sich selbst. Oder um das Geschöpf, was noch geschaffen werden soll.

  • soll ich hier auch noch meinen senf dazugeben, ….

    also wenn du nach einer ultimativen weltformel trachtest, dann hätte ich da eine im angebot :)

    die philosophie der spiegel und spiegelgeister … sie beantwortet all deine fragen und hinterlässt nichts als fantasie.

    In dieser philosophie geht es darum dass die welt ein spiegel ist, ein ziemlich eingebildeter spiegel aber was solls, dieser spiegel hat das potential alle nur erdenklichen formen und gestalten anzunehmen, und dennoch bleibt sich dieser spiegel immer gleich, er verändert sich nicht, in seinem innern, ist und bleibt er ein spiegel.

    Du kannst nun das wort spiegel mit irgendeinem x-beliebigen wort ersetzen, denn dieser spiegel kann sich in alles verwandeln was du dir vorstellen kannst. Probiers aus.

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