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Endlich war auch ich mal in der Staatsoper Hamburg. So unscheinbar und geradezu hässlich das Gebäude von außen auch aussehen mag, innen ist es wirklich schön, und vor allem die Aufteilung mit den einzelnen Logen gefällt mir sehr gut. Schon bei der langen Nacht der Theater im letzten Sommer hatte ich ja die Gelegenheit, mir die Oper mal von innen anzuschauen, was mir bei der Platzwahl auch weitergeholfen hat. So saßen wir im Ersten Rang, Loge 5, erste Reihe, und es waren richtig tolle Plätze. Ich persönlich mag den Ersten oder Zweiten Rang auch immer lieber als Parkett.
Angesehen haben wir uns Tosca, von Puccini. Eine Oper in der Tradition des italienischen Verismo, wo es nicht um Angelegenheiten der großen Herrschaften geht, sondern um das Leben und die Sehnsüchte der ganz normalen Menschen. Als locker und leicht kann man die Oper dementsprechend auch nicht bezeichnen, im Gegenteil, es geht sehr dramatisch zu. Den Inhalt will ich hier jetzt auch gar nicht so genau wiedergeben, mir geht es mehr um die Aufführung an sich. Die Musik war natürlich wie zu erwarten wunderschön, das Orchester hat gut gespielt und auch die Sängerinnen und Sänger haben ihr Bestes gegeben. Am Ende waren alle tot und ich hätte fast eine Träne verdrückt. Die Version der Tosca von Maria Callas gilt unter Experten und Kennern ja immer noch als modellhaft und nahezu perfekt, deshalb habe ich das Vissi d’arte hier auch nochmal eingefügt. Wunderschön!
Einziger Schwachpunkt an der Aufführung waren die schlechten Untertitel. Ich bin ein großer Befürworter von originalen Opernaufführungen und habe auch La Boheme, La Traviata und andere italienische Opern hier in Deutschland und in Italien im Original gesehen, und selbst wenn man kein italienisch kann, begreift man doch, worum es geht. Wie meine Begleitung so treffend gesagt hat, wenn man nicht versteht, worum es geht, auch wenn man die Sprache nicht kann, ist es keine gute Oper. In der Staatsoper war es nun so, dass oberhalb der Bühne eine Anzeige war, auf der die entsprechende deutsche Übersetzung zum italienischen Text eingeblendet wurde. Anscheinend wollte man einen Spagat zwischen auf den Punkt gebrachten Informationen und der Poesie schaffen, was nicht wirklich gelungen ist. Ich habe mehrmals gestutzt, weil die Übersetzung meiner Meinung nach falsch war, und anderen im Publikum ging es genauso, was man aus dem gleichzeitig einsetzenden Raunen um uns herum schließen konnte. Ziemlich schade. Um zwei Beispiele zu bringen: Tosca singt, sie leide wegen ihrer Liebe und Eifersucht und Gott wird ihr dies verzeihen, oben dran steht auf deutsch: Gott sieht, dass ich weine. Scarpia singt, er habe die Schwingen von Toscas Eifersucht mit seinem Schachzug zum Fliegen gebracht, oben dran steht: Ich habe den Falken von Toscas Eifersucht aufsteigen lassen. Über letzteres kann man sich vielleicht streiten, aber ersteres ist schlichtweg falsch, und es gab mehrere dieser Beispiele. Also, bessere Übersetzer bitte, meine Damen und Herren!






















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