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Eine kleine Weltreise in Kiel

“… Schleswig Holstein, meerumschlungen, deutsche Sitte hohe Wacht,
wahre treu, was schwer errungen, bis ein schönrer Morgen tagt! …”

So tönte es bereits aus dem Lautsprecher des Lokführers auf der Fahrt von Hamburg nach Kiel, als sich ein paar sichtlich angetrunkene Fahrgäste irgendwie in diese Anlage reingeschaltet hatten, und die Fahrgäste mit musikalischen Einlagen und “lustigen” Sprüchen zu erheitern versuchten. Zwischendurch meldete sich auch immer wieder ein verzweifelter Lokführer zu Wort, der kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof schließlich gegenüber diesen inoffiziellen Sprechern nur noch ein hilfloses: “Halt dein Maul!” äußern konnte.

Auf dem Bahnhof und in der Stadt war natürlich einiges los, aber noch kein Vergleich zu dem, was uns abends auf der Rückfahrt erwarten sollte. Im Gegensatz zum Wetterbericht schien die Sonne, der Wind wehte weiße Wolken über einen blitzblauen Himmel, eben typisches Kieler Wetter – wenn es nicht gerade regnet. Als erstes ging es dann auf den internationalen Markt auf dem Rathausplatz, wo wir uns mit ganz viel Zeit auf eine kleine kulinarische Weltreise begeben haben.
Angefangen hat alles mit Krokodilfleisch am Spieß aus Ruanda. Dann gabs tschechisches Bier und anschließend pakistanisches Lammcurry. Für meinen Geschmack nicht scharf genug. Auf dem Weg zu den afrikanischen Schmuckständen folgten dann gefüllte Teigtaschen aus dem Senegal. Abschließend gab es einen original dänischen Hot-Dog mit roten Pölser, und bei den Schotten Strongbow Cider und einen Whisky. Den Nachtisch bildete dann ein französischer Crepe.

Irgendwie hatte ich die Kieler Woche jedoch als spektakulärer und größer in Erinnerung, vor allem bin ich der Meinung, dass der internationale Markt früher größer und spannender war. Aber meistens trügen solche Erinnerungen, vor allem wenn sie mittlerweile fast zehn Jahre zurückliegen.
Die Kiellinie musste dann auch noch abgelaufen werden, allein schon um zu gucken, was heutzutage daraus gemacht wird. Und siehe da, es gibt mittlerweile einen Citti-Park, eine Jever Party Zone, einen Debitel-Port und ganz hinten war noch jemand vertreten, an den ich mich jetzt nicht erinnere. Also entweder traten die Sponsoren früher weniger offensiv auf, oder es gab einfach nicht so viele, auf jeden Fall hätten wir uns da ziemlich drüber lustig gemacht.
Also ging es wieder zurück in die Stadt.

Dort gabs dann noch ein Henna-Tattoo, ein Caipirinha und einige Bier, sowie diverse Fussball-Devotionalien für das morgige Finalspiel. Ich bin sehr gespannt, wie das wohl ausgehen wird.

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